54. Belief in Belief

54. Belief in Belief

Dieser Post ist ebenfalls unglaublich wichtig und aufschlussreich.

Es gibt Leute, die behaupten von sich selbst, sie glauben an Gott, und z.B. daran, dass Gebete effektiv sind. Doch wenn man ihre Ansichten durch, sagen wir mal, doppel-blinde Studien testen will, dann haben sie schon im Voraus eine absurde Erklärung dafür, dass die Studie keinen signifikanten Ergebnisse erzielen wird.

Das heisst, in irgendeiner versteckten Ecke ihres Bewusstseins müssen sie ein Modell der Realität besitzen, dass die Existenz wirkungsvoller Gebete ausschließt. Doch bestimmt wäre es psychologisch unrealistisch zu behaupten, dass sie nicht an wirkungsvolle Gebete glauben und dies nur heuchlerisch behaupten.

Nein, der menschliche Verstand führt nicht nur bewusste Berechnungen mit logischen Präpositionen durch. Wir glauben oftmals unbewusst an X zu glauben, sei gut und richtig. Oft schrecken wir auch vor Gedanken zurück, die uns verwirren, beängstigen oder unser altbekanntes Weltbild umstürzen könnten. Dieses Zurückschrecken passiert meist in Millisekunden und ist großteils unbewusst. Von “innen” fühlt sich es so an, also ob mit den bedrohlichen Gedanken etwas falsch wäre, nicht mit uns, sei es weil die in den Gedanken involvierten Ansichten unsinnig, unmoralisch oder dergleichen sind, und so finden wir überraschend schnell viele Gegenargumente und verwerfen die Gedanken sofort und so schnell als möglich.

Dass nennen Yudkowsky und Daniel Dennett “Belief in Belief” oder “Glauben an den Glauben”. Viele Menschen denken, dass es irgendwie böse wäre an Gott zu zweifeln und dass es tapfer ist an Gott zu glauben. Sie glauben an den Glauben an Gott, auch wenn sie nicht wirklich an Gott glauben: irgendein Teil ihres Verstandes veranlasst sie dazu zu antizipieren, dass z.B. Gebete nicht effektiv sind. Doch ein anderer Teil ihres Verstandes glaubt wiederum, dass sie ein tapferer Mensch sind, falls sie an Gott glauben. Diese beiden Teile widersprechen sich, doch diese Scheinheiligkeit ist den meisten Menschen nicht bewusst. Der menschliche Verstand ist eben kein konsistentes Selbst, sondern besteht aus einer Anzahl von verschiedenen Modulen, mit unterschiedlichen Wünschen und “Überzeugungen”, die meisten davon unbewusst, manche davon bewusst.

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