4. Die korrekte Verwendung von Bescheidenheit

4. Die korrekte Verwendung von Bescheidenheit (Deutsche Zusammenfassung von “The Proper Use of Humility” by E. Yudkowsky)

Es ist allbekannt, dass gute Wissenschaft Bescheidenheit verlangt. Doch welche Art von Bescheidenheit?

Ein Kreationist, der behauptet: “Evolution ist auch nur eine Theorie, und wir können uns nicht sicher sein, dass sie stimmt”, macht wohl irgendwie etwas falsch, egal ob er nun bescheiden ist oder nicht.

Der Ingenieur hingegen, der zwar glaubt, dass die von ihm entworfene Brücke sicher ist, aber trotzdem einen Kollegen bittet seine Berechnungen zu überprüfen, verwendet hingegen die richtige Art von Bescheidenheit.

Wisseschaftler sind in gewisser Hinsicht überhaupt nicht bescheiden. Ihre Theorien sollen zu jeder Zeit und überall gelten! Ohne Ausnahme! Sie wollen immer Recht haben, diese prätentiösen Schaumschläger!

Man sieht also; Bescheidenheit wird oft falsch verstanden, nämlich als universale Entschuldigung, dass zu glauben was man will. Man kann dann immer sagen “Du könntest dich irren, vielleicht haben die Sterne ja doch einen Einfluss auf unser Leben.”  oder ” Ich könnte im Lotto gewinnen, man weiß ja nie!” usw.

Man kann sich auch leicht mit seiner Bescheidenheit schmücken, indem man vor jeden Satz die Floskel “Ich könnte mich irren, aber… ” hängt und dann einfach dasselbe glaubt wie zuvor ohne seine Meinung im Geringsten zu ändern.

Deshalb steht geschrieben: “Bescheiden zu sein bedeutet spezifische Vorsorgen zu treffen, für den Fall, dass man sich irrt. Seine Fehlbarkeit einzugestehen und dann nichts zu tun um dies zu ändern ist nicht bescheiden; es ist Prahlen mit der eigenen Bescheidenheit.”

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