392. The Outside View’s Domain

392. The Outside View’s Domain

Wann sollte man die “Außenannsicht” (Outside-View), wann die “Innenansicht” (Inside-View) anwenden?

Die Außenansicht scheint gut geeignet, um z.B. Planungs-Fehler zu korrigieren. Wenn ein Student beispielsweise sagt, dass er diesmal ganz sicher seine Hausaufgaben pünktlich abgeben wird, er dies aber bei den letzten 20 Hausaufgaben nie geschafft hat, sollte man eher auf die Außenansicht vertrauen.

Je mehr man aber über den spezifischen Fall weiß, und je weniger dieser anderen Fällen der Referenzklasse ähnelt (bzw. es überhaupt schwer ist ihn eindeutig in eine bestimmte Referenzklasse einzuordnen), desto besser lässt sich die Innenansicht verwenden.

Um in unserem Beispiel zu bleiben: Was, wenn der Student 100 Dollar von seiner Mutter bekommt, wenn er diesmal seine Hausaufgaben pünktlich abgibt? Was, wenn ihm das Thema der Hausaufgabe zum ersten Mal gefällt? Erhöht das nicht die Wahrscheinlichkeit, dass er die Hausaufgabe pünktlich abgibt?

Das große Problem mit der Außenansicht ist eben das Zuordnen zur jeweiligen Referenzklasse. Der eine argumentiert, dass es in Referenzklasse A gehört, der andere, dass es in B gehört. Jeder führt dann weitere Argumente an und somit nähert man sich  immer mehr der Innenansicht, weil man von reinen oberflächlichen, strukturellen Ähnlichkeiten zu den inneren, essentiellen Mechanismen übergeht. Dieses Referenzklassentennis geht dann immer so weiter, ad infinitum.

 

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