350. When Science Can’t Help – 352. Do Scientists Already Know This Stuff?

350. When Science Can’t Help

Manchmal ist Wissenschaft einfach nicht genug. Man kann nicht immer auf ein eindeutiges Experiment warten, das eine Theorie ein für alle Mal entweder bestätigt oder falsifiziert. Offensichtliche Beispiele sind Kryonik und existentielle Risiken.

Es ist wissenschaftlich vollkommen gerechtfertigt unwahrscheinliche Theorien aufzustellen und sie 10 Jahre zu erweitern, solange man sie am Ende durch ein Experiment testet. Der Wissenschaft ist es egal, ob du 10 Jahre deines Lebens verschwendest.

Und nochmals: Wenn man eine Theorie durch kein eindeutiges Experiment testen kann, folgt daraus nicht, dass sie falsch ist! “Ich hatte gestern Socken an”. Man kann diese Aussage nicht testen. Ist es deshalb unwissenschaftlich daran zu glauben? Nein, denn es erscheint a priori wahrscheinlich und die Abwesenheit von Indizien ist kein Indiz dafür, dass die These falsch ist! Selbst wenn die These wahr wäre, könnte man kein Experiment durchführen, dass die Aussage bestätigen würde. Ähnlich verhält es sich mit Kryonik und manchen Hypothesen der evolutionären Psychologie. Da aber beispielsweise bereits viele unabhängige Experimente die evolutionäre Psychologie bestätigen konnten, wäre es irrational einfach an die Inkorrektheit ihrer Hypothesen zu glauben, sobald diese einmal nicht testbar sind. Sicher, sie sind nicht so wahrscheinlich wie die experimentell bestätigten, aber ihre Wahrscheinlichkeit liegt wohl weit über 50%.

351. Science Isn’t Strict Enough

Wissenschaft ist nicht streng genug. Solange man seine Theorien, und seien sie noch so unwahrscheinlich, experimentell überprüft, ist alles in Ordnung. Nach bayesscher Wahrscheinlichkeitstheorie hingegen sind manche Theorien a priori dermaßen unwahrscheinlich, dass eine experimentelle Überprüfung überhaupt nicht lohnenswert scheint.

The traditional ideals of Science too readily give out gold stars. Negative experimental results are also knowledge, so everyone who plays gets an award.  So long as you can think of some kind of experiment that tests your theory, and you do the experiment, and you accept the results, you’ve played by the rules; you’re a good scientist.

You didn’t necessarily get it right, but you’re a nice science-abiding citizen.

Allerdings ist bayessche Wahrscheinlichkeitstheorie auch unverzeihlich. Ein kleiner Fehler hier, ein wenig Wunschdenken dort – und schon landet man in der epistemischen Hölle. Als soziale Institution ist Wissenschaft deshalb absolut notwendig.

(Ich muss sagen, dass ich mit Yudkowsky’s Beschreibung von Wissenschaft nicht ganz einverstanden bin: Gute Wissenschaftler, ja die meisten Wissenschaftler (ich rede natürlich von den Naturwissenschaften, in den Sozialwissenschaften, oder Kultur-“Wissenschaften” sind die Verhältnisse natürlich noch viel katastrophaler…) prüfen nicht jede lausige Hypothese, die ihnen unterkommt.)

352. Do Scientists Already Know This Stuff?

Die meisten Wissenschaftler könnten sicherlich von Lesswrong profitieren.

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