313.Belief in the Implied Invisible

313. Belief in the Implied Invisible

Sehr wichtiger Post. Oft wird behauptet, dass die Many-Worlds Theorie Occam’s Rasiermesser verletze. Doch dem liegt eine fehlgeleitete Interpretation von Occam’s Rasiermesser zu Grunde.

Occam’s Rasiermesser lautet im Original: “Verwende nicht mehrere Entitäten als nötig, um eine Sache zu erklären” (oder so ähnlich)

Heißt das also, dass man aufhören sollte an die Existenz eines Photons zu glauben, wenn es nicht mehr in der Lage ist mit uns kausal zu interagieren (weil wir es z.B. von der Erde geschossen haben, 1 Milliarden Jahre gewartet haben, und nun augrund der exponentiellen Ausdehnung des Raumes es auch für Aliens unmöglich wäre, es zurückzubringen) ?

Nein, denn die Formulierung Occam’s ist irreführend. Die bessere Formulierung ist:

Verwende die einfachste (mit der geringsten Kolmogorov-Komplexität) Theorie um eine Sache zu erklären.

Und die Theorie, dass Photonen auf einmal aufhören zu existieren, ist komplizierter als die Theorie, die dies nicht behauptet.

(Wie vorher schon besprochen lässt sich Occam’s Rasiermesser durch Solomonoff-Induktion formalisieren. Bei der kommt es darauf an, dass das Programm möglichst unkompliziert ist, nicht, dass der RAM-Speicher möglichst klein ist.)

Ein weiterer Grund an die “moderne” Interpretation von O. Rasiermesser zu glauben ist folgendes: In den letzten 500 Jahren hat sich unser Bild vom Universum sehr verändert; Es ist stetig größer geworden. Wenn O. Rasiermesser wirklich behaupten würde, dass größere Welten (d.h. mit mehreren Entitäten) unwahrscheinlicher sind, dann hätten wir es längst in die Tonne treten sollen.

 

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