308. Reductive Reference; 309. Zombies! Zombies?

308. Reductive Reference

Die Realität ist einschichtig, i.e. aus einem Guss, unsere Modelle/Theorien der Realität sind vielschichtig. Eine Zusammenfassung der früheren Posts.

309. Zombies! Zombies?

(Oh, dieser Post hat eigentlich nicht viel mit dem von Yudkowsky zu tun. Ich bin einfach in eine meiner Tiraden verfallen.)

Ein philosophischer Zombie ist ein Mensch, der sich in jeder Hinsicht genauso verhält wie normale Menschen, außer dass er kein Bewusstsein hat.

(Wer davon ausgeht, dass Zombies ‘metaphysisch möglich’ sind, [Frag mich nicht, was das genau heißt. Yudkowsky “übersetzt” es mit logisch möglich], ist also Anhänger des Epiphänomenalismus: Bewusstsein hat keinerlei kausale Auswirkungen auf die Welt. )

Warum interessieren uns also P-Zombies? Wenn diese logisch möglich sind, ist damit gezeigt, dass Bewusstsein nicht notwendigerweise mit den physikalischen Gesetzen zusammenhängt oder sich auf sie reduzieren lässt. Selbst wenn man in einer möglichen Welt alle physikalischen Gesetze kennt, weiß man noch nicht, ob die Menschen darin auch Bewusstsein besitzen, ergo ist Bewusstsein etwas non-physikalisches, etwas supra-physikalisches.

Warum sollten Zombies also logisch möglich sein?  Weil wir sie uns vorstellen können!

Du wirst dich jetzt wahrscheinlich fragen, welche imbezilen Scholastiker dieses Argument erfunden haben. Das habe ich mich auch gefragt, als ich es das erste Mal gehört habe.

Kannst du dir vorstellen, dass 272289653 eine Primzahl ist? Ja? Wow, dann ist ja damit bewiesen, dass es auch mögliche Welten gibt, die eine Mathematik besitzen, in der Primzahlen teilbar sind! Primzahlen sind also somit die Mathematik transzendierende Objekte, denn sie werden nicht durch die Eigenschaften vollkommen definiert, die nach unseren mathematischen Theorien eigentlich ausreichen sollten, um sie zu definieren! OMG! Vielleicht haben Primzahlen ja auch ein Bewusstsein!

Ok ok, bestimmt habe ich irgendwo einen Fehler gemacht (Philosophen können nicht so behindert sein, oder?), und ich hätte auch nicht das verwirrende, abstrakte Reich der Mathematik verwenden sollen, um meinen Punkt zu illustrieren, deshalb kommt gleich ein neues Beispiel:

Schau dir dieses Molekül an:

Könntest du dir vorstellen, dass dieses Molekül, sagen wir mal, Amphetamin (Speed) ist? Ja? Tja, es ist LSD. Was ist damit bewiesen? Dass du wenig Ahung von Drogen oder Chemie hast? Nein, damit ist bewiesen, dass es eine mögliche Welt gibt, in der das obige Molekül Amphetamin darstellt, was denn sonst!? Somit haben wir gezeigt, dass LSD eine non-physikalische Substanz darstellt, weil es ja mögliche Welten gibt, in denen es wiederum Moleküle gibt, die LSD in jeder Hinsicht gleichen, außer dass sie eben Amphetamin sind. Selbst wenn du alle physikalischen Gesetze einer Welt kennst, weißt du also immer noch nicht, ob es eine “LSD-Welt” oder eine “Speed-Welt” ist. Unglaublich, nicht wahr?

Nun, wer schon mal LSD genommen hat, wird sich jetzt denken, dass er schon immer wusste, dass LSD eine besonders mysteriöse und spirituelle Substanz ist, aber ich muss euch enttäuschen: Wir hätten das Gedankenexperiment auch mit Fledermauskotze durchführen können, und hätten dasselbe gezeigt.

Natürlich ist das alles Unsinn.

Unser Verstand ist nicht mächtig genug, um die einschichtige Wirklichkeit, in der alles mit allem zusammenhängt, vollständig zu erfassen und aufgrund dieser Unfähigkeit können wir uns Welten vorzustellen, die eigentlich unmöglich sind. Daraus folgt nicht, dass die fundamentalen Naturgesetze in diesem Universum nicht alle Informationen und Phänomene (zusammen mit den Anfangsbedingungen) genau festlegen würden oder dass der Reduktionismus falsch ist.

Und hier ist einer der besten Absätze aus Yudkwosky’s Post: (der anders als ich argumentiert, wenn ich also Schmarrn gelabert habe, kein Grund Zombi-ist zu werden!)

Why not postulate the true stuff of consciousness which no amount of mere mechanical atoms can add up to, and then, having gone that far already, let this true stuff of consciousness have causal effects like making philosophers talk about consciousness?

I am not endorsing Descartes’s view.  But at least I can understand where Descartes is coming from.  Consciousness seems mysterious, so you postulate a mysterious stuff of consciousness.  Fine.

But now the zombie-ists postulate that this mysterious stuff doesn’t do anything, so you need a whole new explanation for why you say you’re conscious.

That isn’t vitalism.  That’s something so bizarre that vitalists would spit out their coffee.  “When fires burn, they release phlogistonBut phlogiston doesn’t have any experimentally detectable impact on our universe, so you’ll have to go looking for a separate explanation of why a fire can melt snow.”  What?

Are property dualists under the impression that if they postulate a new active force, something that has a causal impact on observables, they will be sticking their necks out too far?

Me, I’d say that if you postulate a mysterious, separate, additional, inherently mental property of consciousness, above and beyond positions and velocities, then, at that point, you have already stuck your neck out as far as it can go.  To postulate this stuff of consciousness, and then further postulate that it doesn’t do anything – for the love of cute kittens, why?

Die Konklusion:

  • That-which-we-name “consciousness” happens within physics, in a way not yet understood, just like what happened the last three thousand times humanity ran into something mysterious.
  • Your intuition that no material substance can possibly add up to consciousness is incorrect.  If you actually knew exactly why you talk about consciousness, this would give you new insights, of a form you can’t now anticipate; and afterward you would realize that your arguments about normal physics having no room for consciousness were flawed.

 

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