29. Rationalität als Verhindern von Selbstzerstörung

29.  Rationalität als Verhindern von Selbstzerstörung (Deutsche Zusammenfassung von “Debiasing as Non-Self-Destruction” von E. Yudkowsky)

Nick Bostrom frägt:

Wir können uns relativ sicher sein, dass Wissenschaft nicht vollkommener Unsinn ist, da sie uns ermöglicht gewisse Sachen zu tun, wie z.B. auf dem Mond zu landen. Welche praktischen Dinge kann uns das Abbauen von kognitiven Verzerrungen ermöglichen, außer dass wir keine Lotterielose mehr kaufen?

Es stimmt, dass der praktische Nutzen von Rationalität nicht gleich evident ist. Ein Vorteil von Rationalität ist jedoch, dass sie sich auf fast allen Gebieten anwenden lässt, sei es bei den Finanzen, in der Liebe, oder eben in der Wissenschaft.

Kognitive Verzerrungen haben manchmal katatrophale Folgen. Doch das Ausbleiben dieser Folgen ist nicht sichtbar und wird es definitiv nicht in die Nachrichten schaffen. Rationalität ist also das Verhindern der eigenen Selbstzerstörung: Z.B. das Verhindern des eigenen Bankrotts, weil man rational an seine Investments herangeht; das Verhindern einer Katastrophe, weil man sich seiner eigenen Selbstüberschätzung bewusst ist, und lieber noch mal alles nachprüft; das Verhindern unzähliger Verkehrstoter durch das Tragen eines Sicherheitsgurtes, dessen Fehlen immer noch eine der häufigsten Todesursachen im Straßenverkehr darstellt.

Man sieht also, die Triumphe der Rationalität sind Sekten, denen man nicht beigetreten ist, und alternative Quacksalber, denen man nicht das Leben anvertraut hat.

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