148. Fake Justification; 149. An Alien God

148. Fake Justification

Warum wird die Bibel noch gelehrt? Viele glauben ja nicht wirklich daran. Manche (wie z.B. meine Eltern) behaupten, dass die Bible literarisch wertvoll sei, oder dass sie ethische Weisheiten beinhaltet. Nun, das ist eine Schein-Rechtfertigung.

Zugegeben, manche Passagen der Bibel sind ganz gut (ungefähr 20 Seiten?), aber auch nicht besser als “Herr der Ringe” oder “Der Ekel”. Und in ethischer Hinsicht rangiert die Bibel zwischen “Mein Kampf” und Fledermauskotze.

Die meisten Menschen bevorzugen eine bestimmte Konklusion aus irrationalen oder moralisch fragwürdigen Gründen (Im Falle der Bibel, entweder weil sie einfach nachplappern, was die anderen sagen, weil sie nicht negativ auffallen wollen, weil sie alles gut finden, was traditionell ist und ihre “In-Group” voranbringt, etc….). Da sie diese Gründe aber nicht anführen können, um führe ihre bevorzugte Konklusion zu argumentieren, wählen sie dann andere Kriterien aus, welche aber bei neutraler Bewertung niemals zur Auswahl ihrer favorisierten Konklusion geführt hätten.

149. An Alien God

Viele Theologen sahen in der Zweckhaftigkeit (telos wie Aristoteles sagen würde) der Natur einen Beweis für die Existenz Gottes. Denn wenn du in der Wüste eine Uhr siehst, kannst du dir sicher sein, dass es auch einen Uhrmacher gibt, nicht wahr?

Aber wenn man dieses Argument weitervefolgt müsste man eigentlich Religionen, die mehrere, sich bekriegende Götter postulieren, bevorzugen, denn schließlich bringen sich viele Tierarten ständig gegenseitig um.

Die gen-zentrierte Sichtweise der Evolution (siehe e.g. “Das egoistische Gen” von Dawkins) kann all dies leicht erklären. Kurz gesagt: Gene müssen Organismen in der Art und Weise beeinflussen, dass die Häufigkeit eben dieser Gene im Laufe der Zeit im Durchschnitt zunimmt. Das muss nicht unbedingt “gut” für den Organismus oder dessen Art sein! Schmerzen und Tod sind schlecht für den Organismus, gut, bzw. besser als die Alternativen für die Gene. Kannibalismus und Brudermord ist schlecht für die Art, doch gut für die Gene.

In gewisser Hinsicht ist die Evolution einem Gott ähnlicher als einem total zufälligen Prozess, da die Korrelation zwischen positiven Effekten von Genen und deren Anzahl, zu einer Entwicklung führt, die irgendwann einmal in mehr oder minder komplexes Leben mündet. Die Evolution ist Milliarden Jahre alt und ergibt sich notwendigerweise aus der Struktur des Universums.

Die Evolution ist ein fremdartiger Gott, sie ist nicht allwissend, aber allgegenwärtig. Sie ist nicht gut, aber auch nicht böse. Sie kümmert sich nicht um die Belange der Menschen. Sie kümmert sich nicht um Leid und Tod, um Liebe und Freude. Nein, sie gleicht Azatoth, einem blinden, idiotischen Gott.

Leave a Reply